Die richtige Work-Life-Balance ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst

Aktualisiert: 17. März 2021

Wie viel Home-Office wünschen sich Mitarbeiter und was ist das richtige Maß? Fest steht: Individuelle Lösungen und Kommunikation sind gefragt!




Die Diskussion über die richtige Work-Life-Balance wird schon seit vielen Jahren geführt. Wie viel Arbeit vor Ort muss sein, wie viel Home-Office ist richtig und sollte man E-Mails nach Feierabend lesen? Grenzen verschwimmen heutzutage mit der leichteren Erreichbarkeit immer mehr, Corona und die zwangsläufig angestiegene Arbeitzeit von zuhause tragen ihren Teil dazu bei. Eine Grenze zu ziehen, wann Feierabend ist, fällt schwerer, wenn der Weg zwischen Arbeit und Feierabend nur die zwei Meter zwischen Schreibtisch und Couch beträgt.


Die Wünsche der Mitarbeiter sind so individuell wie die Menschen selbst.

Wichtig zu beachten bei dieser Diskussion ist jedoch die Tatsache, dass die Wünsche der Mitarbeiter so individuell sind wie die Menschen selbst. Der eine Kollege braucht das Büro und den realen Kontakt zu seinen Kollegen wie die Luft zum Atmen, während eine andere Mitarbeiterin aufblüht, wenn sie komplett von zuhause aus arbeiten kann und ihre Ruhe hat. Manche stört es keineswegs, um 19 Uhr noch E-Mails zu beantworten, weil es ihnen vielleicht den Stress nimmt, alles am nächsten Morgen machen zu müssen, während es für andere den puren Stress bedeutet, wenn nach Feierabend noch ein Anruf kommt.


Und genau das ist der Punkt, den es zu beachten gilt: Wenn es eine Person wirklich nicht in Stress versetzt, am Wochenende die eine oder andere E-Mail zu lesen, dann ist es in Ordnung. Wenn sie sich jedoch unter Druck gesetzt fühlt von Kollegen oder Vorgesetzten, wird es langfristig Folgen für ihr Wohlbefinden haben.

Deutschland hinkte beim Thema Home-Office vor der Corona-Pandemie weit hinterher

Dass Deutschland vor der Corona-Pandemie in Sachen Home-Office im europäischen Vergleich hinterherhinkte ist kein Geheimnis. Während 14 % der Beschäftigten in den Niederlanden im Jahr 2018 bereits von zuhause aus arbeiteten, waren es in Deutschland nur 5 %.


Im Januar 2021 zeigt sich aufgrund der COVID-Pandemie ein verändertes Bild. Mittlerweile gaben in Deutschland 24 % der Arbeitnehmer:innen an, überwiegend oder komplett im Home-Office zu arbeiten. Ob jemand den erhöhten Anteil des Home-Office als Vor- oder als Nachteil empfindet, ist individuell sehr unterschiedlich. Viele empfinden die verringerte Pendelzeit und die damit einhergehende gestiegene Zeit für die Familie als deutlichen Vorteil. Als Nachteil gaben Befragte bei einer Studie jedoch das Fehlen des direkten Kontakts sowie die Schwierigkeit, eine Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben zu ziehen an.


Mitarbeiter wünschen sich mehr Home-Office, doch Flexibilität und Kommunikation von beiden Seiten ist nötig.

Unternehmen werden in Zukunft mit Sicherheit einen erhöhten Anteil von Home-Office beibehalten müssen, um die Mitarbeiter:innen zufrieden zu stellen. Viele Argumente aus früheren Zeiten wurden durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen des Arbeitens von zuhause ausgehebelt. Unternehmen haben festgestellt, dass viele Tätigkeiten durchaus auch produktiv von zuhause aus erledigt werden können. Alte Diskussionen darüber, dass Mitarbeiter im Home-Office nicht genügend arbeiten würden, sind daher für viele Jobs veraltet.


Dennoch ist das Stichwort hier Flexibilität und Kommunikation von beiden Seiten. Was den einen stresst, bereitet dem anderen Freude. Es gibt hier keine One-Size-Fits-All-Lösung. Je nach Unternehmen, Branche und einzelnem Job finden sich unterschiedliche Anforderungen.


Auch Mitarbeiter:innen sollten sich im Klaren sein, dass sie ihre Bedürfnisse und Wünsche mit ihren Führungskräften besprechen müssen. Denn nur wenn die Führungskraft weiß, was den Mitarbeiter:innen das Arbeiten erleichtert und die Motivation erhöht, kann sie einen gemeinsamen Konsens anstreben, um beide Seiten zu vereinen und eine individuell passende Work-Life-Balance zu unterstützen.

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